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Katharina Nicola Giegling

Schon seit mehr als zehn Jahren ist es mir ein Anliegen, mein musikalisches und instrumentales Wissen und die Erfahrungen, die ich auf dem Weg als Musikerin sammeln durfte, weiterzugeben.

Freude bereitet es mir, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Musikstudenten und angehende Profimusiker auf ihrem geigerischen Weg zu begleiten.

Musik vermag auszudrücken, was nicht gesagt werden kann. Als Pädagogin und Musikerin erfahre ich, dass Menschen durch Musik im Inneren bewegt werden. Für ausübende Musiker ist Musik ein Ausdrucksmittel – was schon bei kleinen Musikern keimt, kann im Laufe der Zeit zu einer wichtigen Kommunikationsform wachsen.

Durch den Austausch mit meinem Publikum und auch aus eigener Beobachtung, erfahre ich, dass Menschen nach Momenten dürsten, in denen sie Seele und Gedanken - ihre Emotionen frei lassen dürfen. Still sein und die Schönheit der Musik wahrnehmen. Schönheit und Wahrhaftigkeit, Schrecken und Grausamkeit der Welt.

Ich sehe einen wichtigen Bestandteil des Violinspiels im Bewusstsein des Interpreten über die musikalische Aussage. Ich möchte meine Schüler anleiten und auffordern, Ideen zum Werk, zum Charakter, zum emotionalen Gestus, zur Geschichte des Stückes zu finden und zu formulieren. Dabei halte ich es für wichtig, außerhalb der Musik nach Inspiration zu suchen und Anregungen aus Natur, den verschiedensten Künsten, Geschichte und dem Leben wahrzunehmen.

Einen weiteren wichtigen Punkt in meinem Unterricht sehe ich darin, meinen Schülern ein Wohlgefühl beim Geigenspiel zu vermitteln. Daher halte ich es für sehr wichtig, dass ein jeder Geiger von Anfang an körperbewusst und körpersensibel das Geigenspiel kennenlernt.

Kinder sind von Natur aus locker und un - verspannt. Mit Eifer und positiver Unvoreingenommenheit greifen sie zu Violine und Bogen. Diese spontane und natürliche Lockerheit gilt es zu bewahren, zu fördern oder in manchen Fällen auch zurückzugewinnen. Lockerungs – und Entspannungsübungen, wie auch Dehnübungen aus dem Yoga versuche ich meinen Schülern daher früh als einen Teil des Violinspiels und des Musikerdaseins mit zu geben. Geistige oder physische Überforderung hat eine Hemmung der Koordination zu Folge. Aus einer unnötig physischen und geistigen Über – Anspannung verspannen Muskeln – der Körper ist in seiner Funktion beeinträchtigt. Verspannung, Unwohlsein, womöglich auch Schmerzen oder Entzündung können eine Folge sein – dies gilt es zu vermeiden!

Meine Intention ist es, dass jeder meiner Schüler durch Bewusstmachung körperlicher Prozesse beim Violinspiel und Erlernen einer guten und ökonomischen Technik - auch durch eigenes Experimentieren eine individuelle Körperwahrnehmung entwickeln lernt, sodass das Violinspiel nicht nur akustische, sondern auch seelische und physische Freude ist.

Meine Erfahrungen mit meinen Schülern und mein eigenes Üben und Erarbeiten lehren mich, dass Lernergebnis und Lernintensität oftmals davon abhängen, wie - wie konkret und intensiv - Aufmerksamkeit gelenkt, geleitet, geführt und angewendet wird. Kleine wie große Geiger haben die Möglichkeit, bestimmte Bereiche besonders in den Fokus ihrer Aufmerksamkeit zu nehmen - andere Schwierigkeiten in diesem Moment auszuklammern – und so schneller zu Vereinfachung von der Komplexität des Violinspiels zu gelangen.

Gemeinsam die Symbole der Notenschrift zu entschlüsseln und umzuwandeln in Lebendigkeit! – Facetten des Lebens zu erfahren und erfahrbar zu machen!